Der Physiker Anthony J. Leggett, Nobelpreisträger für Superfluiditätsforschung, stirbt im Alter von 87 Jahren

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Anthony J. Leggett, der britisch-amerikanische Physiker, der 2003 für seine bahnbrechenden Arbeiten zu Superflüssigkeiten den Nobelpreis für Physik erhielt, ist am Sonntag in seinem Haus in Urbana, Illinois, verstorben. Er war 87 Jahre alt.

Die Entdeckung der Superfluidität in Helium-3

Leggetts bedeutendster Beitrag zur Physik bestand darin, zu erklären, wie Helium-3, ein seltenes Heliumisotop, bei extrem niedrigen Temperaturen in einen supraflüssigen Zustand übergeht. Superfluidität ist ein Zustand der Materie, in dem eine Flüssigkeit ohne jegliche Viskosität fließt – das heißt, sie erfährt keine Reibung. Dadurch kann die Flüssigkeit bizarre Eigenschaften zeigen, wie zum Beispiel die Wände eines Behälters hochklettern, ohne etwas zu verschütten.

Die ersten Beobachtungen stammten aus Experimenten, die Robert C. Richardson, David M. Lee und Douglas Osheroff Anfang der 1970er Jahre an der Cornell University durchführten. Sie bemerkten Anomalien in ihren Daten, als sie das Gefrierverhalten von Helium-3 untersuchten – einem Element, das aufgrund seiner niedrigen Temperaturanforderungen bekanntermaßen schwierig zu verarbeiten ist. Leggett vermutete, dass es sich bei diesen Anomalien nicht um experimentelle Fehler handelte, sondern vielmehr um die Signatur eines neuen Quantenzustands der Materie.

Warum das wichtig ist: Jenseits von Helium-3

Bei Leggetts Arbeit ging es nicht nur um Helium-3. Sein theoretischer Rahmen erstreckte sich auf das Verständnis der Supraleitung in anderen Materialien und legte den Grundstein für die Erforschung exotischer Materiezustände, die die Technologie revolutionieren könnten. Superfluidität und Supraleitung versprechen verlustfreie Energieübertragung, hochempfindliche Sensoren und völlig neue Formen der Datenverarbeitung.

„Leggetts Erkenntnisse zur Superfluidität waren nicht nur eine Bestätigung bestehender Theorien, sondern eine Brücke zum Verständnis komplexerer Quantenphänomene“, erklärt Smitha Vishveshwara, eine Kollegin an der University of Illinois.

Ein Vermächtnis der Quantenphysik

Das Nobelkomitee erkannte Leggetts Beitrag als entscheidenden Schritt zur Überbrückung der Lücke zwischen mikroskopischer Quantenmechanik und makroskopischen physikalischen Phänomenen an. Seine Arbeit ist nach wie vor von entscheidender Bedeutung für Forscher, die die Grenzen der Materialwissenschaften und der Physik der kondensierten Materie erweitern.

Leggetts Tod markiert den Verlust eines visionären Wissenschaftlers, dessen Theorien weiterhin unser Verständnis des Universums auf seiner grundlegendsten Ebene prägen. Sein Vermächtnis wird durch die fortlaufende Erforschung von Quantenzuständen und ihrem Potenzial zur Erschließung neuer Technologien fortbestehen.

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