Das NASA/ESA-Weltraumteleskop Hubble hat das bislang detaillierteste Bild des Einebels aufgenommen, einer einzigartigen kosmischen Struktur, die einen seltenen Einblick in die letzten Phasen des Lebens eines Sterns bietet. Dieser bipolare protoplanetare Nebel befindet sich etwa 1.000 Lichtjahre entfernt im Sternbild Schwan und bietet Astronomen beispiellose Einblicke in die Sternentwicklung.
Was ist der Eiernebel?
Der Einebel, auch Cygnus-Ei genannt, ist ein relativ junger und naher präplanetarer Nebel. Er ist etwa 0,4 Lichtjahre breit und sein Zentralstern ist stark von einer dichten Staubwolke verdeckt. Damit ist es das erste, jüngste und nächste Beispiel für den Übergang eines Sterns in einen planetarischen Nebel, der jemals entdeckt wurde.
Warum ist das wichtig?
Sternen wie unserer Sonne geht irgendwann der Treibstoff aus und sie werfen ihre äußeren Schichten ab. Der Eiernebel ist auf frischer Tat ertappt: eine kurze Übergangsphase, die nur wenige tausend Jahre dauert, was es zu einem idealen Zeitpunkt macht, diesen Prozess zu untersuchen. Im Gegensatz zum gewaltsamen Tod massereicher Sterne in Supernovas verläuft der Tod des Eiernebels geordnet, wobei symmetrische Muster auf eine koordinierte Reihe von Ereignissen und nicht auf eine Explosion schließen lassen. Dies ist von entscheidender Bedeutung, da es Wissenschaftlern hilft zu verstehen, wie Sterne wie unsere Sonne ihre Materie abgeben … Materie, die schließlich neue Sternensysteme bildet.
Wie Hubble die Details erfasste
Der Nebel leuchtet, indem er das Licht seines Zentralsterns reflektiert, das durch ein „Polarauge“ im umgebenden Staub entweicht. Dieses Licht beleuchtet sich schnell bewegende Polarkeulen, die langsamere, ältere Bögen durchdringen. Die Bögen und Lappen deuten auf gravitative Wechselwirkungen mit versteckten Begleitsternen hin, die in der Staubscheibe verborgen sind.
„Der Einebel bietet eine seltene Gelegenheit, Theorien über die späte Sternentwicklung zu testen“, so die Hubble-Astronomen.
Die im Bild sichtbaren symmetrischen Muster legen nahe, dass diese Sputterereignisse im mit Kohlenstoff angereicherten Kern des sterbenden Sterns den Nebel geformt haben.
Das Erbe sterbender Sterne
Der Staub und die Materialien, die solche Sterne ausstoßen, gehen nicht verloren. Sie säen zukünftige Sternensysteme, einschließlich unseres eigenen. Die Erde und andere Gesteinsplaneten in unserem Sonnensystem entstanden vor etwa 4,5 Milliarden Jahren aus den Überresten älterer, sterbender Sterne.
Die Existenz des Einebels beweist, dass durch den geordneten Übergang von Sternen neue Planeten entstehen können. Dies verstärkt den Kreislauf von Geburt und Tod im Kosmos: Der Tod eines Sterns ist die Grundlage für einen anderen.





















