Chinas Jangtsekiang zeigt bemerkenswerte Erholung nach dem Fischereiverbot

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Chinas ehrgeiziges zehnjähriges Verbot der kommerziellen Fischerei im Jangtsekiang, das 2021 in Kraft tritt, führt zu erheblichen ökologischen Verbesserungen. Neue Forschungsergebnisse bestätigen ein Wiederaufleben der Fischpopulationen, darunter gefährdete Arten wie der Jangtse-Stör und der vom Aussterben bedrohte Jangtse-Schweinswal. Die Erholung unterstreicht die Wirksamkeit entschlossener Umweltmaßnahmen, selbst angesichts jahrzehntelanger Verschlechterung.

Das Ausmaß des Problems

Der Jangtsekiang, Chinas längster und größter Fluss, leidet seit langem unter den Folgen der rasanten Industrialisierung und Übernutzung. Seit den 1950er Jahren haben unkontrollierte Entwicklung, der Bau von Staudämmen, übermäßiger Fischfang und starke Umweltverschmutzung die Artenvielfalt im Wasser dezimiert. Zwei Arten – der Jangtse-Delfin und der Chinesische Paddelfisch – sind bereits ausgestorben, wobei 135 Fischarten vollständig verschwunden sind. Trotz früherer Erhaltungsbemühungen und Investitionen in die Wasserqualität von über 300 Milliarden US-Dollar hielt der Rückgang an, bis drastische Maßnahmen ergriffen wurden.

Diese Krise ist nicht nur ein Umweltproblem; Das Einzugsgebiet des Jangtsekiang beherbergt etwa 30 % der Bevölkerung Chinas und erwirtschaftet fast die Hälfte des BIP des Landes. Die Gesundheit des Flusses wirkt sich direkt auf die ökologische Stabilität und den wirtschaftlichen Wohlstand aus.

Die Auswirkungen des Fischereiverbots

Im Jahr 2021 verhängte China im gesamten Jangtse-Becken ein vollständiges Verbot der kommerziellen Fischerei. Dazu gehörten eine strikte Durchsetzung durch die Flusspolizei und kontinuierliche Investitionen in umfassendere Umweltmanagementstrategien. Aktuelle Daten von 2018 bis 2023 zeigen die Wirksamkeit dieser Intervention.

  • Gesamtfischmasse verdoppelt: Die gesamte Fischbiomasse in den Proben hat sich innerhalb von drei Jahren mehr als verdoppelt.
  • Artenvielfalt erhöht: Die Anzahl der Fischarten in den untersuchten Gebieten stieg um 13 %.
  • Größere Arten wiedergewonnen: Wirtschaftlich wertvolle Fische, wie die Schwarz-Weiß-Amurbrasse, nahmen an Größe und Biomasse zu.
  • Gefährdete Arten stabilisiert: Die Populationen des Jangtse-Störs, des Chinesischen Saugnapfes und des Röhrenfisches zeigten Anzeichen einer Erholung.
  • Anstieg der Schweinswalpopulation: Der Jangtse-Schweinswal, das einzige verbliebene Süßwassersäugetier des Flusses, ist von 445 im Jahr 2017 um über 30 % auf 595 im Jahr 2022 gestiegen.

Die Verbesserung kann auf einen geringeren Beifang beim Fischfang, weniger Schiffskollisionen und eine geringere Unterwasserlärmbelastung zurückgeführt werden. Die Erholung zeigt, dass selbst stark geschädigte Ökosysteme mit starkem, erzwungenem Schutz wieder auf die Beine kommen können.

Sozioökonomische Kosten und gewonnene Erkenntnisse

Das Fischereiverbot war mit erheblichen Kosten verbunden: 111.000 Fischerboote wurden zurückgerufen, 231.000 Fischer wurden umgesiedelt und über 2,74 Milliarden US-Dollar wurden in den Wirtschaftsgürtel des Jangtsekiang investiert. Obwohl dieser Ansatz effektiv ist, ist er nicht ohne Nachteile.

Experten schlagen vor, dass eine nachhaltigere Strategie fortlaufende Bewertungen der Fischpopulationen, wissenschaftlich fundiertes Fischereimanagement und integrierte Wassereinzugsgebietsstudien umfassen würde, die die Vernetzung von Menschen, Wasser und Wasserleben berücksichtigen. Die Erholung des Jangtse dient als Fallbeispiel, doch die drastische „nukleare“ Option eines totalen Fischereiverbots sollte nach Möglichkeit vermieden werden.

Der Erfolg der Sanierung des Jangtsekiang bietet einen Hoffnungsschimmer in einer Zeit des weit verbreiteten Verlusts der biologischen Vielfalt, insbesondere in Süßwassersystemen. Um eine Umkehrung zu verhindern, sind jedoch eine nachhaltige Behandlung und eine kontinuierliche Druckreduzierung von entscheidender Bedeutung. Die aus den Erfahrungen Chinas gezogenen Lehren könnten in die Schutzbemühungen in anderen wichtigen Flüssen weltweit, wie dem Mekong und dem Amazonas, einfließen.

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