Karibische Riffe sind aufgrund von Lebensraumverlust und Überfischung mit kürzeren Nahrungsketten konfrontiert

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Karibische Korallenriffe erleben einen deutlichen Rückgang der Komplexität der Nahrungskette, wobei moderne Ökosysteme nur noch etwa 60–70 % ihrer prähistorischen Länge nutzen. Eine neue Studie, die am 11. Februar in Nature veröffentlicht wurde, zeigt, dass diese durch Lebensraumzerstörung und Überfischung verursachten Veränderungen die Riffe anfälliger für weitere Umweltveränderungen machen. Dies bedeutet weniger spezielle Diäten, einen stärkeren Wettbewerb um begrenzte Ressourcen und eine geringere Widerstandsfähigkeit gegenüber plötzlichen Nahrungsmittelknappheiten.

Die schrumpfenden Ökosysteme: Was die Daten zeigen

Forscher untersuchten versteinerte und moderne Fischohrsteine (Otolithen ), um frühere Nahrungsnetze zu rekonstruieren. Die Menge an schwerem Stickstoff in diesen Strukturen zeigt die Position eines Tieres in der Nahrungskette an; Spitzenprädatoren wie Haie akkumulieren höhere Konzentrationen des schwereren Isotops als ihre Beute. Die Analyse zeigte, dass die alten karibischen Riffe über weitaus spezialisiertere Ernährungsweisen verfügten als die heutigen Ökosysteme.

Vor 7.000 Jahren könnte sich beispielsweise ein Grundel von einer einzigen, einzigartigen Flohkrebsart ernährt haben, die auf einer bestimmten Koralle lebte. Heutzutage sind die Nachkommen dieses Grundels wahrscheinlich auf eine breitere Nahrungssuche ausgerichtet und konkurrieren mit anderen um weniger verfügbare Nahrungsquellen. Diese Vereinfachung ist nicht nur eine historische Kuriosität; es hat direkte Auswirkungen auf die Gesundheit und Anpassungsfähigkeit des Riffs.

Warum das wichtig ist: Das Riff als Metapher

Der Wandel in der Struktur der Lebensmittelkette gleicht dem Ersatz vielfältiger lokaler Restaurants durch homogene Restaurantketten. Wenn die Optionen eingeschränkt werden, werden ganze Ökosysteme anfällig für Versorgungsunterbrechungen. Wenn wichtige Nahrungsquellen verschwinden, leidet das gesamte Internet.

Dieser Zusammenbruch der Artenvielfalt am oberen und unteren Ende der Nahrungskette ist ein kritisches Problem. Gesunde Riffe hängen von komplexen Beziehungen ab; Wenn diese Beziehungen verloren gehen, wird das System instabiler.

Naturschutzbemühungen geben Hoffnung

Die Studie zeigt, dass proaktives Management einen Unterschied machen kann. In Panama, wo die Fischerei streng reguliert ist, weisen bestimmte Korallenriffe robustere Nahrungsnetze auf als in der Dominikanischen Republik, wo die Aufsicht weniger streng ist. Dies zeigt, dass gezielte Schutzbemühungen die Gesundheit der Riffe verbessern können.

„Unser Verhalten und unser Handeln sind wichtig“, sagt Jessica Lueders-Dumont, Fischereiökologin am Boston College. „Wir müssen den Kopf nicht in den Sand stecken.“

Die Studie unterstreicht die dringende Notwendigkeit nachhaltiger Fischereipraktiken und der Erhaltung von Lebensräumen, um karibische Riffe zu schützen, bevor sie durch weitere Vereinfachung nicht mehr in der Lage sind, sich an die Belastungen eines sich ändernden Klimas anzupassen.

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