Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. hat das Interagency Autism Coordinating Committee (IACC), ein bundesstaatliches Beratungsgremium, das die Autismusforschung und die Finanzierung von Diensten steuert, umgestaltet, indem er Mitglieder ernannt hat, die offen entlarvte Theorien vertreten, die Impfstoffe mit Autismus in Verbindung bringen. Der Schritt hat bei Forschern und Befürwortern Besorgnis ausgelöst, die befürchten, dass der Ausschuss auf Richtlinien drängen wird, die auf Fehlinformationen und nicht auf wissenschaftlichem Konsens basieren.
Ein Wandel in der Repräsentation
Der im Jahr 2000 gegründeten IACC gehörten traditionell autistische Menschen, Eltern, Wissenschaftler, Kliniker und Bundesangestellte an. Das Gremium führte öffentliche Debatten darüber, wie die 2 Milliarden US-Dollar an Bundesmitteln für Autismusforschung und -dienste in den nächsten fünf Jahren verteilt werden sollen.
Zu Kennedys jüngsten Ernennungen zählen Aktivisten mit langjähriger Erfahrung im Impfgegner. Unter ihnen sind Personen mit Verbindungen zu seinem Präsidentschaftswahlkampf, Ärzte, die wegen unbewiesener Schwermetallbehandlungen vor Gericht stehen, und politische Ökonomen, die im Kongress gegen Impfstoffe ausgesagt haben. Mehrere der ernannten Personen sind Eltern, die den Autismus ihrer Kinder öffentlich auf Impfungen zurückführen – eine Behauptung, die durch jahrzehntelange wissenschaftliche Forschung immer wieder widerlegt wird.
Warum das wichtig ist
Der Einfluss des IACC ist beratend, aber bedeutsam. Obwohl es die Finanzierung nicht direkt kontrolliert, prägen seine Empfehlungen die Prioritäten des Bundes. Die Zusammensetzung des Ausschusses spiegelt nun Kennedys persönliche Ansichten wider, die mit Randtheorien übereinstimmen, die von der medizinischen Gemeinschaft nicht unterstützt werden. Dies ist besonders besorgniserregend angesichts der anhaltenden und schädlichen Auswirkungen von Fehlinformationen über Impfstoffe auf die öffentliche Gesundheit.
„Das neue Komitee repräsentiert nicht die Autismus-Gemeinschaft“, erklärte Alison Singer, ehemaliges IACC-Mitglied und Leiterin der Autism Science Foundation. „Es repräsentiert überproportional eine äußerst kleine Untergruppe von Familien, die glauben, dass Impfungen Autismus verursachen.“
Der breitere Kontext
Kennedys Maßnahmen stehen im Einklang mit seiner langjährigen Skepsis gegenüber Impfstoffen, trotz überwältigender wissenschaftlicher Beweise für deren Sicherheit und Wirksamkeit. Diese Verschiebung in der Ausschusszusammensetzung wirft Fragen hinsichtlich des Engagements der Regierung für eine evidenzbasierte Politikgestaltung und der Möglichkeit einer Fehlallokation wichtiger Forschungsgelder auf. Der Schritt unterstreicht auch die umfassendere Herausforderung, Fehlinformationen in Debatten über die öffentliche Gesundheit zu bekämpfen.
Die zukünftige Ausrichtung des IACC bleibt ungewiss, aber die Ernennung von Impfgegnern signalisiert eine klare Abkehr von seiner etablierten Rolle als wissenschaftsorientiertes Beratungsgremium.
Diese Umstrukturierung kann dazu führen, dass Ressourcen auf unbewiesene Behandlungen umgelenkt werden und schädliche Mythen aufrechterhalten werden, was möglicherweise echte Fortschritte in der Autismusforschung und -unterstützung behindert.





















