Widersprüche im Orbit: Trump behauptet, die NASA inmitten vorgeschlagener Budgetkürzungen „gerettet“ zu haben

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In einem historischen Moment für die Weltraumforschung erhielt die Besatzung der Mission Artemis II – die ersten Menschen seit über einem halben Jahrhundert, die über die erdnahe Umlaufbahn hinaus reisten – einen Anruf von Präsident Donald Trump, während sie den Mond umkreiste. Die zwölfminütige Kommunikation war jedoch von einer bemerkenswerten Spannung zwischen der feierlichen Rhetorik des Präsidenten und der aggressiven Finanzpolitik seiner Regierung gegenüber der Agentur geprägt.

Ein Ruf von der Erde zum Mond

Der von NASA-Administrator Jared Isaacman moderierte Anruf verband den Präsidenten mit den vier Astronauten nach ihrer rekordverdächtigen Reise. Während der Präsident die Crew für ihre „unglaubliche Reise zu den Sternen“ und ihre Rolle bei der Inspiration der Welt lobte, nahm das Gespräch eine unerwartete Wendung, als Trump seine Geschichte mit der Agentur besprach.

Während des Telefonats behauptete Trump, dass er während seiner ersten Amtszeit vor einer entscheidenden Entscheidung hinsichtlich der Zukunft der NASA stand: ob er sie „wiederbeleben“ oder „schließen“ sollte. Er behauptete, er habe sich entschieden, die Agentur zu retten, und erklärte: „Wir haben ausgegeben, was wir tun mussten.“*

Der Austausch war von mehreren bemerkenswerten Momenten geprägt:
Unangenehme Stille: Der Anruf wurde von langen Pausen unterbrochen, die Isaacman dazu zwangen, für „Kommunikationsüberprüfungen“ einzugreifen.
Persönliche Anekdoten: Der Präsident lenkte das Gespräch häufig ab, um über seine Freundschaft mit der kanadischen Eishockeylegende Wayne Gretzky und seine Verbindungen zur kanadischen Führung zu sprechen.
Diplomatischer Austausch: Der kanadische Astronaut Jeremy Hansen lobte die USA für ihre Führungsrolle dabei, internationalen Partnern die Beteiligung an Weltraumforschungszielen zu ermöglichen.

Das Budget-Paradoxon: Rhetorik vs. Realität

Die Behauptung des Präsidenten, er habe die NASA „gerettet“, steht in krassem Gegensatz zu den tatsächlichen Haushaltsstreitigkeiten, die sich derzeit in Washington abspielen. Während die Trump-Administration bemannten Raumfahrtprogrammen wie Artemis Vorrang einräumt, hat sie gleichzeitig versucht, die Gesamtfinanzierung der NASA drastisch zu kürzen.

Dadurch entsteht ein erheblicher Reibungspunkt für die Agentur:
1. Der Vorschlag für 2025: Zu Beginn seiner zweiten Amtszeit schlug das Weiße Haus eine Kürzung des NASA-Haushalts um 24 % mit dem Ziel von 18,8 Milliarden US-Dollar vor – dem niedrigsten Stand seit einem Jahrzehnt.
2. Rückstoß des Kongresses: In einem seltenen parteiübergreifenden Schritt lehnte der Kongress diese Kürzungen im Januar ab und verabschiedete einen fast vollständig finanzierten Haushalt in Höhe von 24,4 Milliarden US-Dollar.
3. Der Antrag für 2027: Trotz des Sieges im Kongress stellte Trump kürzlich einen neuen Haushaltsantrag für 2027 vor, der eine weitere Kürzung um 23 % vorsieht.

Warum das wichtig ist: Während das Artemis-Programm politische Sichtbarkeit genießt, zielen die vorgeschlagenen tiefgreifenden Kürzungen auf die umfassenderen Wissenschaftsprogramme der NASA ab. Experten haben davor gewarnt, dass diese Kürzungen auf „Aussterbeniveau“ die langfristigen Forschungskapazitäten und die wissenschaftliche Infrastruktur der Agentur lahmlegen könnten.

Die politische Kluft überwinden

Die Spannung zwischen Missionserfolg und politischem Manöver ist innerhalb der Agentur spürbar. Jared Isaacman, der als Brücke zwischen dem Weißen Haus und der NASA fungierte, verteidigte die Finanzpolitik des Präsidenten als Auftrag für „Effizienz“. Allerdings erteilte er den NASA-Mitarbeitern auch eine klare Anweisung: „Überlassen Sie die Politik den Politikern und konzentrieren Sie sich weiterhin auf die Mission.“*

Trotz der politischen Spannungen blieben die Astronauten professionell. Kommandant Reid Wiseman und Pilot Victor Glover bedankten sich für den Anruf und betonten, dass die Mission eine „Ehre ihres Lebens“ sei, die sowohl vom amerikanischen als auch vom kanadischen Volk ermöglicht worden sei.

Fazit

Die Artemis-II-Mission stellt einen Triumph menschlicher Ingenieurskunst und internationaler Zusammenarbeit dar, findet jedoch vor dem Hintergrund intensiver innenpolitischer Konflikte statt. Während sich die Besatzung auf die Wasserkatastrophe vorbereitet, bleibt die Zukunft der NASA zwischen hochkarätigen Mondambitionen und erheblichen Bedrohungen für ihr grundlegendes Wissenschaftsbudget gefangen.

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