Männliche Kraken bewachen ihren Geschlechtsarm mit obsessiver Sorgfalt

0
11

Männliche Kraken geben einem Arm Vorrang vor allen anderen – ihrem dritten rechten Arm, der als Hectocotylus bekannt ist. Dieser Fortsatz ist für die Fortpflanzung von entscheidender Bedeutung und wird von den Tieren aktiv verteidigt, was auf einen überraschend starken Instinkt zum Schutz ihrer Fortpflanzungsfähigkeit schließen lässt. Eine aktuelle Studie der Universität Nagasaki, Japan, bestätigt dieses Verhalten: Männliche Kraken wehren sich im Gegensatz zu anderen Gliedmaßen selbst bei sanfter Berührung dieses bestimmten Arms aggressiv.

Der spezialisierte Hectocotylus

Der Hectocotylus unterscheidet sich anatomisch von den anderen sieben Armen des Oktopus. Es wird nicht zur allgemeinen Bewegung oder zum Füttern verwendet; Stattdessen fungiert es als Transportsystem für Spermien. Männliche Kraken besitzen einen einzigen Hoden, in dem Spermien produziert und in Spermatophoren verpackt werden. Während der Paarung dringt der Hectocotylus in den Mantel des Weibchens ein und gibt diese Pakete durch einen winzigen Penis ab, der das Weibchen nicht unabhängig erreichen kann.

Die einzigartige Anatomie erfordert, dass das Männchen den Hektokotylus zu einer röhrenförmigen Struktur zusammenrollt und dann mit Gewalt Wasser durch diese Struktur ausstößt, um die Spermatophore in das Weibchen zu befördern. Dieser Prozess unterstreicht die unersetzliche Rolle des Arms.

Empirische Evidenz des Schutzes

Um dieses Verhalten zu untersuchen, sammelten Forscher 32 männliche und 41 weibliche japanische Zwergkraken. Die Ergebnisse waren auffallend: Nur ein männlicher Oktopus hatte seinen Hektocotylus verloren, während dies bei 13 Weibchen der Fall war. Weitere Experimente bestätigten die Schutztendenzen der Männchen. Wenn ihnen ein unbekanntes Objekt (ein Bleisenker) präsentiert wurde, erkundeten Weibchen es leichter mit ihrem Hektocotylus, während Männchen vorsichtig mit ihren anderen sieben Armen sondierten, bevor sie ihr spezielles Glied riskierten.

Evolutionärer Kompromiss

Der Grund für diesen extremen Schutz ist wahrscheinlich ein evolutionärer Kompromiss. Wie Keijiro Haruki, der Hauptautor der Studie, betont, ist es effizienter, einen einzelnen Arm auf die Fortpflanzung zu spezialisieren und ihn dann zu verteidigen, als einen größeren, anfälligeren Penis zu entwickeln. Der Verlust des Hectocotylus beendet effektiv das Fortpflanzungsleben eines männlichen Oktopus, bis dieser nachwächst – ein Prozess, der Monate dauern kann.

Die Studie bestärkt die Vorstellung, dass sexuelle Selektion bei Tieren hochspezifisches und sogar zwanghaftes Verhalten hervorrufen kann. Kraken zeigen deutlich, dass der Schutz von Fortpflanzungswerkzeugen eine grundlegende Überlebensstrategie ist.

Dieses Verhalten unterstreicht, wie sehr Kraken der Fortpflanzung Priorität einräumen und welche Anstrengungen sie unternehmen, um sicherzustellen, dass ihre Paarungsfähigkeit intakt bleibt. Die Tatsache, dass Männer diesen wichtigen Arm fast nie verlieren, legt nahe, dass der Schutz nicht nur eine Möglichkeit, sondern ein instinktives Gebot ist.

Попередня статтяNickel auf dem Mars: Uralte Gesteine deuten auf Potenzial für vergangenes Leben hin
Наступна статтяDer alte Mars zeigte Anzeichen lebenserhaltender Bedingungen, wie neue Analysen zeigen