Soziale Medien und psychische Gesundheit von Teenagern: Eine bahnbrechende Studie im Gange

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Eine bahnbrechende Forschungsstudie soll die tatsächlichen Auswirkungen der Nutzung sozialer Medien auf die psychische Gesundheit von Teenagern untersuchen. Die Studie, die in Bradford, Großbritannien, startet, wird 4.000 Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren verfolgen und diejenigen mit eingeschränktem Zugang zu sozialen Medien mit einer Kontrollgruppe vergleichen, die Plattformen frei nutzt. Ergebnisse werden bis Mitte 2027 erwartet, obwohl die Regierungen möglicherweise schon vorher handeln.

Warum das wichtig ist: Die Debatte über die Auswirkungen sozialer Medien auf die Jugend tobt. Während Bedenken hinsichtlich Sucht, Problemen mit dem Körperbild und Cybermobbing weit verbreitet sind, gibt es immer noch überraschend wenige eindeutige Belege dafür, dass die Bildschirmzeit mit Auswirkungen auf die psychische Gesundheit zusammenhängt. Australien hat soziale Medien bereits für Personen unter 16 Jahren verboten, und Großbritannien erwägt ähnliche Schritte. Diese Forschung soll Klarheit schaffen.

Das Testdesign

Die Studie wird nicht einfach Verbote verhängen. Stattdessen wird die gemeinsame Zeit der Hälfte der Teilnehmer auf TikTok, Instagram und YouTube auf eine Stunde täglich begrenzt, mit einer nächtlichen Ausgangssperre (21:00 bis 7:00 Uhr). Die andere Hälfte bleibt uneingeschränkt nutzbar. Entscheidend ist, dass die Randomisierung auf Schulebene erfolgt, um den Druck von außen zu minimieren – wenn für eine Jahrgangsstufe Einschränkungen gelten, gilt dies für eine andere nicht, um das Gefühl zu vermeiden, etwas zu verpassen.

Wichtige Erkenntnisse: Forscher arbeiteten beim Design der Studie mit Teenagern zusammen. Die Teilnehmer lehnten völlige Verbote ab und bevorzugten kontrollierte Beschränkungen. Dieser Ansatz spiegelt die reale Machbarkeit wider, da Jugendliche die völligen Beschränkungen wahrscheinlich ohnehin umgehen würden.

Was wird gemessen?

Die Studie überwacht die tatsächliche Nutzung sozialer Medien über eine benutzerdefinierte App und vermeidet so die Abhängigkeit von selbst gemeldeten Daten. Die Forscher werden Daten zu Angstzuständen, Schlafmustern, sozialen Interaktionen, Körperbild, Schulbesuch und Mobbingvorfällen sammeln.

Das Gesamtbild: Diese Forschung füllt eine entscheidende Lücke in der Beweislage. Die britische Regierung hat kürzlich den „Mangel an qualitativ hochwertigen kausalen Beweisen“ eingeräumt, die soziale Medien mit der psychischen Gesundheit in Verbindung bringen. Dieser Versuch ist zu begrüßen, da er dazu beitragen kann, übereilte politische Entscheidungen auf der Grundlage von Spekulationen zu verhindern.

Jenseits von Einschränkungen: Technik zur Rechenschaft ziehen

Experten betonen, dass die Einschränkung oder das Verbot sozialer Medien nicht die einzige Lösung sei. Es könnte effektiver sein, Technologieunternehmen zu zwingen, der Benutzersicherheit durch die Durchsetzung von Gesetzen wie dem britischen Online Safety Act Vorrang einzuräumen. Jugendliche selbst erkennen sowohl die Vor- als auch die Nachteile sozialer Medien, indem sie ihr Misstrauen gegenüber den Plattformen zum Ausdruck bringen und gleichzeitig eine zwanghafte Nutzung zugeben.

„Die ehrliche Antwort ist, dass wir nicht wissen, [ob Einschränkungen helfen oder schaden], und deshalb sind Studien wie diese so wichtig.“ — Pete Etchells, Bath Spa University

Schlussfolgerung: Diese Studie ist ein dringend benötigter Schritt zum Verständnis der komplexen Beziehung zwischen sozialen Medien und dem Wohlbefinden von Teenagern. Die Ergebnisse werden von entscheidender Bedeutung sein, um die Politik zu informieren, elterliche Entscheidungen zu leiten und letztendlich dafür zu sorgen, dass junge Menschen sich gesünder in der digitalen Welt zurechtfinden können.

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