Darmalterung und Krebs: Neue Erkenntnisse über das steigende kolorektale Risiko

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Neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass altersbedingte Veränderungen in Darmstammzellen, insbesondere ein Prozess namens Aging and Colon Cancer-Associated (ACCA) Drift, ein Schlüsselfaktor für das mit zunehmendem Alter steigende Darmkrebsrisiko sein könnten. Die von einem internationalen Team durchgeführte Studie zeigt, wie subtile Veränderungen in DNA-Markierungen – nicht die DNA selbst, sondern wie sie gelesen wird – Gene, die vor Tumorbildung schützen, allmählich zum Schweigen bringen können.

Wie epigenetische Drift funktioniert

Die Forschung unterstreicht, dass die ACCA-Drift kein plötzliches Ereignis ist; Es handelt sich um eine langsame Anhäufung epigenetischer Veränderungen. Bei diesen Veränderungen handelt es sich um Veränderungen der DNA-Methylierung, die wie ein Schalter wirkt, der die Genaktivität steuert. Im Laufe der Zeit stören Entzündungen, verminderte Wachstumssignale und niedrige Eisenwerte in den Darmstammzellen das System, das diese Markierungen aufrechterhält. Dies führt zur Stummschaltung kritischer tumorunterdrückender Gene, wodurch Schwachstellen in der Darmschleimhaut entstehen.

Die Gefahrenzonen beginnen in den Darmkrypten, kleinen Taschen im Darm, in denen Stammzellen Gewebe erneuern. Wenn sich diese Krypten teilen, breiten sich die älteren, krebsanfälligen epigenetischen Profile aus und vergrößern langsam die Bereiche mit erhöhtem Risiko. Dieser Prozess findet nicht über Nacht statt; Es baut sich über Jahre auf und erschwert die Früherkennung.

Warum das wichtig ist

Die Darmkrebsrate steigt mit zunehmendem Alter, und diese Studie liefert eine biologische Erklärung für diesen Trend. Dies deutet darauf hin, dass der Darm mit der Zeit nicht nur anfälliger wird, sondern sich aktiv in einer Weise verändert, die das Krebsrisiko erhöht. Die wichtigste Erkenntnis ist, dass die epigenetische Drift nicht unbedingt ein festes Schicksal ist; es kann beeinflusst werden.

Den Drift umkehren?

Experimente mit Organoiden (im Labor gezüchtete Minidärme) zeigen vielversprechende Ergebnisse. Eine Steigerung der Eisenaufnahme oder die Wiederherstellung von Zellwachstumssignalen könnte die epigenetische Drift verlangsamen und sogar teilweise umkehren. Dies deutet auf mögliche Interventionen hin, um den Prozess zu verzögern oder zu verhindern.

„Das bedeutet, dass epigenetisches Altern kein fester Endzustand sein muss“, sagt die Molekularbiologin Anna Krepelova. „Zum ersten Mal sehen wir, dass es möglich ist, die Parameter des Alterns zu optimieren, die tief im molekularen Kern der Zelle liegen.“

Diese Ergebnisse bieten ein neues Verständnis darüber, wie Krebs entsteht, und legen nahe, dass die gezielte Bekämpfung epigenetischer Mechanismen eine praktikable Strategie zur Risikominderung sein könnte. Der nächste Schritt besteht darin, festzustellen, wie sich diese Interventionen auf den Menschen übertragen lassen und ob sie in Präventionsmaßnahmen integriert werden können.

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