Der antike sizilianische Stift zeigt Dionysos mit erigiertem Phallus

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Archäologen haben in Sizilien einen bemerkenswert erhaltenen, 2.500 Jahre alten Knochengriffel ausgegraben, der eine explizite Darstellung des griechischen Gottes Dionysos zeigt, darunter ein deutlich erigierter Phallus. Das Artefakt stammt aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. Als Sizilien eine griechische Kolonie war, bietet es einen seltenen Einblick in die religiösen und künstlerischen Praktiken der Region.

Die Details des Artefakts

Der aus Knochen geschnitzte Stift ist 13,2 cm lang. An der Spitze befindet sich ein streng aussehender Männerkopf, dessen Mittelteil so geformt ist, dass er einem erigierten Penis ähnelt. Experten gehen davon aus, dass dieses Design einen altgriechischen Herm nachahmt – eine skulpturale Form, die typischerweise aus einem geschnitzten Kopf auf einer Säule besteht, oft mit männlichen Genitalien.

Hermen waren nicht nur dekorativ; sie dienten einem praktischen Zweck. Man ging davon aus, dass sie an Kreuzungen, Grenzen und vor Tempeln angebracht wurden, um böse Geister abzuwehren und heilige Räume zu schützen. Die Verbindung mit Hermes, dem Botengott, der mit der Fruchtbarkeit verbunden ist, könnte die Ikonographie erklären.

Kontext und Bedeutung

Die Entdeckung erfolgte bei Ausgrabungen in der Stadt Gela, einer antiken griechischen Siedlung. Forscher gehen davon aus, dass der Stift ursprünglich von einem Töpfer zum Markieren von Ton verwendet wurde, bevor er als Opfergabe an eine Gottheit geweiht wurde. Dies deutet darauf hin, dass das Werkzeug einst funktionsfähig war und dann zu einem religiösen Objekt erhoben wurde.

„Dieser Stift ist ein außergewöhnlicher Fund in den archäologischen Aufzeichnungen“, sagte Daniela Vullo, Leiterin der örtlichen Behörde für Kulturerbe. „Seine Einzigartigkeit erfordert eine öffentliche Zurschaustellung.“

Umfassendere Implikationen

Der Fund trägt zu unserem Verständnis des antiken griechischen religiösen Glaubens und künstlerischen Ausdrucks bei. Die explizite Bildsprache unterstreicht die Bedeutung von Fruchtbarkeit und Schutz im religiösen Leben Siziliens in dieser Zeit. Die laufenden Ausgrabungen in Gela könnten weitere Artefakte ans Licht bringen, die Aufschluss über die hellenistische Geschichte der Region (4.–1. Jahrhundert v. Chr.) geben.

Die Existenz des Artefakts wirft Fragen darüber auf, wie solche expliziten religiösen Bilder in der antiken Gesellschaft funktionierten, ob sie üblich waren oder bestimmten Ritualen vorbehalten waren und was ihre Anwesenheit über die Weltanschauung der Griechen verrät.

Der Stift gilt heute als bedeutender archäologischer Fund und wird der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

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