Die Zeit zwischen Weihnachten und Silvester bietet einige der klarsten und lohnendsten Nächte für die Sternbeobachtung auf der Nordhalbkugel. Von Planetenkonstellationen bis hin zu Deep-Sky-Wundern – hier finden Sie einen täglichen Leitfaden zu den Himmelsereignissen, die Sie nicht verpassen sollten. Ob mit Teleskop, Fernglas oder einfach nur mit den Augen, die kommenden Wochen versprechen spektakuläre Ausblicke.
24. Dezember: Eine zunehmende Mondsichel
Heiligabend bringt eine zarte Mondsichel am Südwesthimmel. Der Mond ist zu etwa 20 % beleuchtet und zeigt Erdschein – Sonnenlicht, das auf seiner dunklen Seite reflektiert wird – und erzeugt so ein subtiles Leuchten. Mit einem Fernglas oder einem kleinen Teleskop lassen sich Krater und Schatten entlang des Terminators (der Grenze zwischen Hell und Dunkel) erkennen. Suchen Sie links nach Saturn oben und Fomalhaut unten.
25. Dezember: Jupiter – Der Weihnachtsstern
Am Weihnachtstag erstrahlt Jupiter im Sternbild Zwillinge als prominentester Planet am Nachthimmel. Nach Einbruch der Dunkelheit ist es im Osten sichtbar und überstrahlt alle anderen Objekte außer dem Mond. Dies ist ein idealer Zeitpunkt, um Jupiter zu beobachten, da er sich am 10. Januar 2026 seiner Opposition nähert. Ein kleines Teleskop kann Wolkenbänder erkennen, während ein 6-Zoll-Teleskop möglicherweise den Großen Roten Fleck zeigt.
26. Dezember: Mond und Saturn in Konjunktion
Der Boxing Day bietet eine wunderschöne Paarung aus zunehmender Mondsichel und Saturn. Da sie nur vier Grad voneinander entfernt sind (ungefähr die Breite von drei Fingern, die man auf Armlänge hält), scheinen die beiden nahe beieinander zu liegen. Saturn erscheint als stabiler, goldener Lichtpunkt, aber um seine Ringe zu sehen, ist ein kleines Teleskop erforderlich.
27. Dezember: Lunar Lava Plains im ersten Quartal
Der Mond erreicht heute Nacht seine erste Viertelphase am Südhimmel. Während eine zunehmende Helligkeit bald dafür sorgen wird, dass schwächere Objekte schwerer zu erkennen sind, ist jetzt die beste Zeit, die Mondoberfläche mit einem Fernglas zu erkunden. Der Terminator erzeugt dramatische Schatten über den Maria, alten Lavaebenen, die als dunkle Flecken auf dem Mond erscheinen.
28. Dezember: Der Rosettennebel
Für diejenigen mit einem kleinen Teleskop ist der Rosettennebel (NGC 2244) in Monoceros ein Muss. Dieser Emissionsnebel befindet sich in der Nähe von Beteigeuze im Orion und wird von nahegelegenen Sternen mit Energie versorgt. Er erscheint durch ein Fernglas am dunklen Himmel oder problemlos in einem kleinen Teleskop wie eine Blume. Der Nebel hat etwa den dreifachen Durchmesser des Vollmonds.
29. Dezember: Orions Schlange
Der Gürtel des Orion (Alnitak, Alnilam und Mintaka) dominiert den östlichen Himmel. Ferngläser offenbaren subtile Reichtümer dieser Region, darunter eine zarte Kette schwacher Sterne, die sich über das Sichtfeld winden und oft als „Orions Schlange“ bezeichnet werden. Der Große Nebel im Orion (M42) ist ebenfalls in der Nähe sichtbar.
30. Dezember: Jupiters Galileische Monde
Aufgrund seiner Opposition ist Jupiter ideal für die Beobachtung seiner vier größten Monde: Io, Kallisto, Ganymed und Europa. Diese Galilei-Monde – erstmals 1610 von Galileo Galilei entdeckt – erscheinen selbst durch kleine Teleskope oder Ferngläser als winzige Lichtpunkte.
31. Dezember: Plejaden und der Mond
Die letzte Nacht des Jahres bringt eine Konjunktion des Mondes (92 % beleuchtet) mit dem Sternhaufen der Plejaden (M45). Die Plejaden, auch bekannt als die Sieben Schwestern, erscheinen direkt über dem Mond. Während das Mondlicht die Sichtbarkeit trüben kann, werden diese Sterne mit einem Fernglas scharf abgebildet.
Dieser Dezember bietet die einmalige Gelegenheit, Zeuge einiger der schönsten Himmelsereignisse zu werden, die von der Erde aus sichtbar sind. Egal, ob Sie ein erfahrener Astronom oder ein neugieriger Anfänger sind, die kommenden Wochen versprechen einen Nachthimmel voller Wunder.





















