Thomas Pesquets Tansania-Tour: Die verborgene Geologie der tansanischen Seen

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Thomas Pesquet ist zurück in den Nachrichten, aber dieses Mal spricht er nicht über Schwerelosigkeitsexperimente oder die Internationale Raumstation. Er bringt uns nach Tansania.

Ein neues aus dem Orbit aufgenommenes Foto zeigt mehr als nur Wolken und Gelände. Es zeigt ein komplexes Netz von Gewässern, von denen einige lebendig, andere gefährlich sind und in denen Edelgase im Wert von Milliarden Dollar lagern. Für Weltraumbegeisterte sind diese Aufnahmen hübsch. Für Geologen und Ökonomen sind sie eine Karte verborgener Ressourcen.

Die Linse des französischen Astronauten beleuchtet vier spezifische Seen in Tansania. Jedes erzählt eine andere Geschichte darüber, wie Wasser diesen Teil des afrikanischen Kontinents prägt.

Die Sedimentfahnen des Mtera-Sees

Der Mtera-See liegt im zentralen Plateau Tansanias. Es ist nicht der berühmteste See der Region, aber seine Hydrologie ist einzigartig. Drei Flüsse münden in ihn: der Mpera, der Fufu und der Kisigo.

Aus dem Weltraum kann man die Mündung des Kisigo-Flusses deutlich sehen. Das Wasser dort ist nicht blau. Es ist braun und bewölkt. Dies liegt daran, dass es große Mengen an Sedimenten mit sich führt. Der Kontrast zum umliegenden Land macht den Verlauf des Flusses auch aus Hunderten von Kilometern Höhe deutlich. Es ist eine Erinnerung daran, dass Wasser niemals nur H2O ist. Es handelt sich um ein Transportfahrzeug für Erde und Gestein.

Die giftige Schönheit des Natronsees

Reisen Sie nach Norden und das Wasser verändert seinen Charakter völlig. Der Natronsee ist eine der lebensfeindlichsten Umgebungen der Erde.

Die Temperatur kann hier bis zu 60°C erreichen. Das ist heiß genug zum Kochen. Der pH-Wert beträgt 10,5. Das ist sehr einfach, ähnlich wie Bleichmittel. Auch der Salzgehalt ist hoch. Die meisten Vögel, die hier landen wollen, überleben nicht. Der See tötet sie.

Warum ist es also schön?

Die Rot- und Rosatöne sind keine Verschmutzung. Sie werden durch halophile Mikroorganismen verursacht. Diese salzliebenden Mikroben gedeihen unter extremen Bedingungen. Sie verleihen dem Wasser einen leuchtend rosa Farbton. Es ist eine tödliche Landschaft, die optisch beeindruckend ist.

Die Milliarden-Dollar-Gasreserve im Lake Rukwa

Südlich des Zentralplateaus liegt der Rukwa-See. Von der Oberfläche aus sieht dieser See unauffällig aus. Es kocht nicht. Es ist nicht hell gefärbt.

Aber unter Wasser ruht etwas Wertvolles.

Im Jahr 2016 schätzten Wissenschaftler, dass der Rukwa-See 1,53 Milliarden Kubikmeter Helium enthält. Helium eignet sich nicht nur für Partyballons. Es ist unverzichtbar für MRT-Geräte, Glasfaserkabel und die Weltraumforschung. Der Wert dieser Reserve? Ungefähr 3,5 Milliarden US-Dollar.

Diese Entdeckung verändert die Bedeutung des Sees. Es ist nicht mehr nur ein Gewässer. Es handelt sich um eine strategische Energieressource. Die Lage des Heliums deutet auf eine tiefe geologische Aktivität unter der Erdkruste hin. Das erklärt, warum das Gas dort in so großen Mengen eingeschlossen ist.

Das Verschwinden des Sulunga-Sees

Der Sulunga-See liegt in der Nähe des Mtera-Sees. Es folgt einem anderen Rhythmus.

In normalen Jahren hält es Wasser. In Dürrejahren verschwindet es. Der See kann komplett verschwinden. Dies macht es zu einem volatilen Meilenstein. Für lokale Gemeinschaften entscheidet seine Anwesenheit oder Abwesenheit über das Überleben. Für Satellitenbilder ist es eine Herausforderung. Man muss wissen, wann man nachsehen muss, denn manchmal ist der See einfach trocken

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