Wir wollen länger leben. Wir wollen dabei gesund bleiben. Das Problem ist, dass die Entwicklung neuer Anti-Aging-Medikamente Jahrzehnte dauert. Sie sind teuer. Sie scheitern oft.
Forscher der Northeastern University und der Harvard Medical School sind anderer Meinung. Warum nach neuen Wirkstoffen suchen, wenn bereits Tausende zugelassener Medikamente in den Regalen der Apotheken stehen? Die Wiederverwendung vorhandener Medikamente geht schneller. Es ist billiger. Es überspringt jahrelange Sicherheitstests, von denen wir bereits wissen, dass sie funktionieren.
Aber welche Medikamente sollten wir ausprobieren?
Es gibt 6.442 von der FDA zugelassene Medikamente. Es ist unmöglich, sie alle auf ihre Langlebigkeit zu testen. Es ist eine Nadel im Heuhaufen. Bei der Nadel könnte es sich jedoch um Ihr Nasenspray handeln.
Wie Wissenschaftler Anti-Aging-Kandidaten in aktuellen Medikamenten fanden
Das Team veröffentlichte ein Framework in Nature Aging. Es kartiert Gene, die mit den biologischen Merkmalen des Alterns verbunden sind. Betrachten Sie diese Merkmale als die Abnutzung des Körpers. Zellen verlieren Energie. Proteine fehlfalten. Die Kommunikation zwischen den Zellen bricht zusammen.
Sie untersuchten 1.250 altersbedingte Gene. Sie platzierten sie auf dem menschlichen Interaktom. Dies ist eine riesige Datenbank darüber, wie Proteine interagieren. Über eine halbe Million Interaktionen.
Hier ist die Überraschung.
Alterungsgene verteilen sich nicht zufällig über das Netzwerk. Sie sammeln sich. Sie halten sich in bestimmten Vierteln auf.
„Wenn die Gene zufällig verteilt würden“, sagt Netzwerkwissenschaftlerin Bnaya Gross, „gibt es für ein Medikament keine Möglichkeit, sie gezielt zu beeinflussen.“
Aber weil sie sich häufen, treffen Medikamente, die auf diese Viertel abzielen, mehrere Alterungsmerkmale gleichzeitig. Dies ermöglicht Forschern ein schnelles Screening vorhandener Medikamente. Sie filtern die 6.442 Kandidaten anhand dieser Gencluster. Sie suchen nach Medikamenten, die den Alterungsprozess verlangsamen, anstatt ihn zu beschleunigen.
Warum Medikamente gegen Erkältung Ihnen helfen können, länger zu leben
Ein Name tauchte auf. Es war keine exotische experimentelle Verbindung.
Es war Oxymetazolin.
Sie kennen es wahrscheinlich unter einem anderen Namen. Efrîn. Sinex. Es ist ein rezeptfreies abschwellendes Mittel für die Nase. Es gibt es auch in Augentropfen gegen Rötungen. Es behandelt Rosacea.
Bisher hat niemand Oxymetazolin mit Langlebigkeit in Verbindung gebracht. Die neue Analyse zeigt, dass es die Kommunikation von Zelle zu Zelle verbessert. Dies ist ein wesentliches Merkmal des Alterns. Wenn wir älter werden, hören unsere Zellen auf, effizient miteinander zu kommunizieren. Oxymetazolin scheint ihnen zu helfen, wieder zu chatten.
Aspirin war ein weiterer Hit. Wissenschaftler haben Aspirin bereits auf seine Alterungsvorteile getestet. Diese Methode bestätigt es. Es wurden auch andere Kandidaten identifiziert. Das Rahmenwerk listet nicht nur Medikamente auf. Es erklärt, warum sie funktionieren. Es weist auf die spezifischen biologischen Mechanismen hin.
Albert-László Barabás, Netzwerkwissenschaftler bei Northeastern, brachte es auf den Punkt.
„Die Herausforderung besteht darin, herauszufinden, welche Medikamente es wert sind, getestet zu werden.“
Diese Studie liefert die Karte. Es hebt umsetzbare Interventionen hervor. Diese können in Zellen getestet werden. Dann Tiere. Dann Menschen.
Gibt es ein Heilmittel gegen das Altern?
Nein. Das ist kein Jungbrunnen.
„Diese Studie liefert kein Heilmittel gegen das Altern“, sagt Barabás. „Es beweist auch nicht, dass ein bestimmtes Medikament das menschliche Leben verlängern kann.“
Es ist eine Roadmap. Altern ist komplex. Es beinhaltet viele Faktoren. Ein einziges Medikament kann nicht alles reparieren. Wir brauchen wahrscheinlich Kombinationen. Behandlungen, die mehrere Markenzeichen gleichzeitig treffen.
Die Methode ist robust. Es zeigt, warum ein Medikament helfen könnte. Das erleichtert die nächsten Schritte. Wir können von Vermutungen zu gezielten Tests übergehen.
Barabás gibt die Berufung zu.
„Als jemand, dessen Haare schon vor Jahren grau geworden sind“, sagt er, „teile ich den allgemeinen Wunsch, dass es eine Pille geben könnte, die Aspekte des Alterns verlangsamt.“
Wir sind noch nicht da. Aber wir sind näher dran. Die Apotheke ist bereits geöffnet. Wir müssen nur wissen, was wir von der Stange nehmen können.
Vielleicht ist es Aspirin. Vielleicht ist es abschwellend. Vielleicht ist es beides.
Die Wissenschaft verengt das Feld. Die nächsten Jahre werden uns zeigen, ob diese gängigen Pillen die Zeit wirklich verlangsamen können. Oder wenn wir einfach weiter auf etwas Neues warten müssen.





















